Projektevaluation: Integration durch betriebliche Erfahrung

Evaluation des Hamburger Projekts „Integration durch betriebliche Erfahrung“ (IbE-Projekt)

Im Projekt „Integration durch betriebliche Erfahrung“ (IbE-Projekt) wird ein Modell erprobt, das jugendlichen Geflüchteten, die bisher keine oder geringe Chancen einer Schulbildung hatten, ein praxisbezogenes Bildungsangebot anbietet, das ihnen die Gelegenheit gibt, ihre praktischen Stärken einzubringen sowie handlungs- und kontextbezogen die deutsche Sprache zu erwerben. Das Projekt wird von der Wübben Stiftung gefördert und von der Hamburger Schulbehörde an vier Stadtteilschulen durchgeführt.

Ziel des Projektes ist es, die Jugendlichen so auf den Übergang Schule-Beruf vorzubereiten, dass sie ihren Lernprozess entweder in dem schulischen Lernangebot fortsetzen und/oder eine fundierte Berufswahl- bzw. Ausbildungsentscheidung treffen können. Wesentliches Merkmal des IbE-Projekts ist die durchgängige Dualisierung, wodurch die Jugendlichen an zwei Tagen pro Woche berufsbezogene Erfahrungen in verschiedenen Praktikumsbetrieben sammeln und an drei Tagen schulischen Unterricht mit dem Schwerpunkt der Sprachförderung erhalten. Das Konzept orientiert sich an den Erfahrungen aus dem Hamburger Projektansatz Av-Dual, hat jedoch die zusätzlichen Aufgaben einer Übertragung des Ansatzes auf die Berufsorientierung in der Stadtteilschule (StS) zu leisten und die Anforderungen zu berücksichtigen, die durch die sehr heterogene Projektzielgruppe geflüchteter Jugendlicher definiert werden. Dafür ist im Projektverlauf ein geeignetes pädagogisches Konzept durch aufeinander bezogene Sprachförderung in Schule und Betrieb zu entwickeln sowie eine zielgruppenspezifische Berufsorientierung zu erproben. Das Projekt hat eine Laufzeit vom 1. August 2015 bis zum 31. Dezember 2018.

Auf Basis der im IbE-Projekt gewonnenen Erfahrungen und Erkenntnisse soll in Hamburg ein entsprechendes Angebot in der Regelstruktur etabliert werden.

Das Projekt wird von ibbw-consult wissenschaftliche begleitet und evaluaiert. Das Projekt und die Evaluation werden durch die Wübben Stiftung gefördert.

In Absprache mit der Wübben Stiftung als Auftraggeber und der Projektleitung des Hamburger Instituts für Berufliche Bildung (HIBB) wurden drei Evaluationsziele vereinbart.

  • Evaluation und Bewertung der Zielerreichung des Projekts
    Fortlaufende Bewertung der Zielerreichung anhand der im Projektmonitoring erfassten Kenn­ziffern. Die Ziele und Indikatoren für die Zielerreichung sind im Projektkonzept benannt. Auf dieser Grundlage sollen Faktoren für die Erreichung der Ziele ebenso wie für die Nicht-Erreichung von Zielen identifiziert werden. Zusätzlich soll eine qualitative Bewertung der Ziel­er­reichung hinsichtlich der Integrationsfortschritte der Jugendlichen vorgenommen werden.
  • Beschreibung der Entwicklung des pädagogischen Konzepts
    Das pädagogische Konzept der Sprachvermittlung und Integration durch betriebliche Erfahrung ist innovativ und betritt für diese Zielgruppe Neuland. Hier soll „der Blick von außen“, Feedback, Impulse und Anregungen zur Identifizierung und Weiterentwicklung des Konzepts liefern, die dazu beitragen, den Erfolg im Rahmen des Konzepts sicherzustellen.
  • Entwicklung von Hinweisen zur Übertragbarkeit und zum Transfer der Projektkonzeption
    Die wissenschaftliche Begleitung wird die Projektleitung darin unterstützen, die Transferfähigkeit der Konzeption für eine spätere Umsetzung in der Fläche „im Auge zu behalten“ und Transferstrategien frühzeitig und damit bereits in der Phase der Projektentwicklung und -umsetzung mit zu bedenken und gezielt zu entwickeln.

Zu diesen drei Bereichen werden von der wissenschaftlichen Begleitung durch verschiedene Evaluationsmethoden und -instrumente Daten erhoben, ausgewertet und interpretiert. Die Ergebnisse werden fortlaufend und prozessbegleitend in das Projekt eingebracht.

 

Angebot anfragen